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Relikte aus der Eiszeit

Pflanzen im Naturpark

Naturschutzgebiet im Naturpark

Aufgrund seiner Vielfalt an Lebensräumen beherbergt der Naturpark Obere Donau eine große Anzahl an Pflanzenarten. Zählungen gehen hier von über 900 verschiedenen Arten allein im Donautal aus, zählt man die Arten, die auf der Albhochfläche, am Albtrauf oder in den von den Eiszeiten überprägten südlichen Teilen des Naturparks vorkommen hinzu, sind es mit über 1000 verschiedenen Arten noch einige mehr.

Besonders reich an teilweise sehr seltenen Pflanzengesellschaften und einzelnen Arten sind die steil aus dem Wald ragenden Felsmassive des Donautals, sowie einiger Seitentäler. Die hier herrschenden extremen Standortsbedingungen, mit großen Temperaturschwankungen, wenig durchwurzelbarem Substrat, starker Sonneneinstrahlung und geringem Wasserangebot, bieten Rückzugsraum für eine ganz besondere, seltene Pflanzenwelt mit einem hohen Anteil an sogenannten Reliktarten. Diese Zeugen aus vergangenen Klimaepochen, wie beispielsweise den Eiszeiten, haben ihr heutiges Hauptverbreitungsgebiet in Gebieten wie z. B. den Alpen. Andere Pflanzenarten wiederum entstammen völlig anderen Klimaregionen, wie z. B. dem Mittelmeerraum. Besonders bemerkenswerte Lebensräume stellen die waldfreien Felsköpfe, mit ihren als Steppenheide bezeichneten Vegetation aus Hochstauden, niedrigen Kräutern und Gräsern, sowie Moosen und Flechten, dar. Vor der Waldrodung durch den Menschen waren sie, neben den im Naturpark sehr seltenen Moorgebieten, Blockhalden, Flussuferbereichen und Kiesbänken, die einzigen waldfreien Bereiche.

Artenreiche Magerwiese

Für die Albhochfläche besonders bemerkenswert sind die arten- und blütenreichen Bergwiesen (Kalkmagerwiesen), mit ihrer ursprünglich nur einmaligen Mahd. Heute finden sie sich nur noch an wenigen Stellen, meist handelt es sich um Naturschutzgebiete. Viele andere Flächen wurden leider in der Vergangenheit aufgeforstet oder durch Düngung in ertragreichere Fettwiesen umgewandelt. Um weitere Verluste an Bergmähwiesen zu vermeiden, wurden alle FFH-Mähwiesen von der Naturschutzverwaltung kartiert und für viele bereits Pflegeverträge mit den bewirtschaftenden Landwirten abgeschlossen, mit dem Ziel, diese landschaftsprägenden Wiesen dauerhaft zu erhalten.

Orchideenfreunde begeistern besonders die große Artenvielfalt an Orchideen, hierunter Arten wie Hummel- und Bienenragwurz oder Helmknabenkraut. Andernorts treten großflächige Frauenschuhvorkommen auf, wie beispielsweise im Bereich Bergsteig bei Fridingen. Ihr konsequenter Schutz ist eine wichtige Naturschutzaufgabe im Naturpark.

Zu den größten Besonderheiten gehören die sauren Magerwiesen oder Borstgrasrasen im Bereich von Heuberg und Hardt. Ganz besonders eindrucksvoll sind sie im Naturschutzgebiet Irndorfer Hardt ausgeprägt. Äußerst seltene Raritäten, wie z. B. Arnika, Busch-Nelke, Feld-Enzian, Knöllchen-Knöterich, Weißzüngel, Gelber Enzian, Trollblume, Bleiche Weide oder Narzissen-Windröschen haben hier ihren Lebensraum. Auch klimatisch ist das Irndorfer Hardt bemerkenswert, kann doch hier in keinem einzigen Monat des Jahres Bodenfrost ausgeschlossen werden.

Wald am Hang in Beuron

Sehr typisch für den Naturpark sind großflächige Wacholderheiden, sie werden auch heute noch von Schafen und Ziegen extensiv beweidet und prägen das Landschaftsbild in hohem Maße. Eine der Charakterpflanzen der Wacholderheiden ist neben dem namensgebenden Wacholder, die Silberdistel.

Mit einem Waldanteil von 47 % stellen Waldflächen einen sehr großflächigen Lebensraum im Naturpark dar. Neben naturfernen Fichtenforsten, oft auf der Albhochfläche aus Erstaufforstung entstanden, werden noch große Teile des Naturparks an den Talhängen von Buchenwäldern geprägt, die je nach Standort und Lage mit Weißtannen durchsetzt sind (Nordwesten des Naturparks) oder einen hohen Anteil an anderen Laubbäumen, wie Bergahorn, Spitzahorn, Esche, Bergulme oder Linde (Täler) aufweisen. Vereinzelt kommen auch eichenreiche Wälder vor, wie besonders schön im NSG Unterhölzer-Wald bei Geisingen. Ein besonderes botanisches Highlight stellen die natürlichen Eibenvorkommen am Albtrauf dar.

Aus forstlicher Sicht hochproduktive Fichtenwälder finden sich im Bereich der Altmoränenstandorte im Südosten des Naturparks, wo diese auf vernässten Standorten stockten und wenig standfest waren, wurden sie in den letzten Jahrzehnten häufig durch Stieleichenbestände ersetzt.

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