Durch die Nutzung der Flächen entstanden artenreiche Wiesen und Biotope, die auch heute nur erhalten werden können, wenn sie beweidet werden. Um die Schäferei auch wirtschaftlich zu unterstützen, gibt es mehrere Projekte im Naturpark, die sich für die Vermarktung heimischer Wolle einsetzen, um so dem fast wertlos gewordenen Rohstoff auf lokaler Ebene wieder Wert zu verleihen.
Die Initiative Beuroner Filz
Die Initiative Beuroner Filz will dazu beitragen, den Schäfern im Naturpark einen fairen Preis für Ihre Wolle bieten zu können. Das Markenzeichen "Beuroner Filz" steht hierbei für Produkte, die von Menschen in der Naturpark-Region gefertigt werden und zum größten Teil aus Wolle der heimischen Schafhaltung hergestellt sind.
Dabei geht es vor allem um:
- Den Erhalt der bäuerlichen Kulturlandschaft
- Die Förderung des alten Handwerks in traditioneller und
moderner Form - Die Erschließung alternativer Einkommensquellen im
ländlichen Raum
Die Produktpalette
Die Produktpalette der Initiative Beuroner Filz ist breit gefächert. Das Angebot umfasst handgefilzte Produkte, wie z.B. Pantoffeln, Hüte, Schals, Sitzkissen und Taschen, aber auch Deko- und Geschenkartikel.
Das Label
Dabei enthalten alle Produkte mit dem Logo "Beuroner Filz" mindestens 50% Wolle aus dem Naturpark Obere Donau. Die Wolle darf nicht chemisch behandelt werden.
Die Filzartikel gibt es im Haus der Natur Obere Donau zu kaufen oder sie werden direkt auf Anfrage gefertigt.
Weitergabe von Wissen
In unserem Veranstaltungskalender finden Sie viele Kurse und Seminare rund um das Thema Wolle, Filzen und andere Verarbeitungstechniken.
Auch bei vielen Festen und Märkten sind die Filzerinnen mit Angeboten für Kinder und Verkaufsständen dabei.
Düngepellets aus Schafwolle
In der Schäferei fällt auch Wolle an, die nicht handwerklich nutzbar ist. Zum Beispiel, weil sie nicht sortenrein ist oder sehr dreckig ist. Hier setzt das Projekt Düngepellets aus Schafwolle an, welches gezielt Wolle nutzt, die sonst nicht zu vermarkten wäre.
Wertlose Wolle
Wenn wir an Schafwolle denken, kommt uns häufig der warme, weiche Merino-Winterpullover in den Sinn. Doch damit Wolle so angenehm auf der Haut zu tragen ist, muss sie von bestimmten Schafrassen stammen, die in klimatisch waren Regionen der Erde leben. Wenn wir heutzutage Wollprodukte kaufen, stammt die Wolle häufig aus Übersee. Die heimische Wolle verliert immer weiter an Wert. Daneben entscheiden noch andere Faktoren darüber, ob hiesige Schäfer die Wolle ihrer Schafe verkaufen können:
- Der Grad der Verschmutzung. Wenn die Wolle zum Beispiel sehr viele Heupartikel enthält, ist sie nur schwer zu reinigen.
- Die Schafrasse. Mixe aus verschiedenen Rassen oder Schafrassen mit grober Wolle sind in der Schäferei weit verbreitet, die Wolle ist jedoch wertlos.
- Die Farbe der Schafe. Graue, braune oder schwarze Schafe sind ebenfalls häufig, da die Wolle jedoch schwer zu färben ist, wird sie nicht nachgefragt.
Die Folge: Wolle muss mangels Absatzmarkt der Müllverbrennung zugeführt werden. Sie gilt sogar als Sondermüll.
Nutzung als Dünger
Das Mulchen von Beeten mit Schafwolle ist bei gärtnernden Menschen schon lange kein Geheimtipp mehr. Die langsame Abgabe von Nährstoffen und die Speicherung von Feuchtigkeit haben sich herumgesprochen. Mit der Pressung der Wolle in handliche Pellets ist es möglich, den Dünger genau zu dosieren und ihn direkt in die Erde einzuarbeiten.
Wollsammlung und Weiterverarbeitung mit dem Naturpark-Partner ökohum
Schäfereibetriebe aus dem Naturparkgebiet können ihre Wolle an die Firma Ökohum aus Herbertingen vermarkten, die sie zu Düngepellets weiterverarbeitet.
Die Betriebe melden ihre Schurtermine an die Naturparkgeschäftsstelle, die dann die Liefertermine mit Ökohum abstimmt. Diese können dann ihre sonst nicht zu vermarktende, aussortierte Wolle an die Firma Ökohum zu einem festgesetzten Preis verkaufen. Dadurch erhalten Schäfer ein kleines Zubrot zu ihren sonstigen Einnahmequellen und es entsteht aus eigentlicher Ausschussware ein hochwertiger, ökologischer Gartendünger.
Können wir Ihnen helfen?
Melden Sie sich gern bei uns, wenn Sie Fragen zum Thema haben. Momentan können wir keine weiteren Wolllieferanten für die Düngepellets mehr bedienen, wir führen jedoch eine Warteliste.
Ihre Ansprechpartnerin:
Kirsten Schille
kirsten.schille@naturpark-obere-donau.de
07466 / 92 80 - 16