Naturraum

Im Naturpark Obere Donau treffen imposante Felsformationen auf bunte Wiesen, Wälder und die Donau. Diese einzigartige Landschaft bietet Lebensraum für eine außergewöhnliche Vielfalt an Pflanzen und Tieren.

Die Besonderheit des Naturparks liegt im Zusammenspiel von Geologie, Flora und Fauna. Kalkfelsen und Donau haben eine Landschaft geformt, die nicht nur eindrucksvoll aussieht, sondern auch Lebensraum für seltene Tier- und Pflanzenarten bietet.

Wer hier unterwegs ist, entdeckt eine Natur, die gleichermaßen schützenswert wie erlebbar ist.

Unser Naturpark

Pflanzen im Naturpark

Aufgrund seiner Vielfalt an Lebensräumen beherbergt der Naturpark Obere Donau eine große Anzahl an Pflanzenarten. Zählungen gehen hier von über 900 verschiedenen Arten allein im Donautal aus, zählt man die Arten, die auf der Albhochfläche, am Albtrauf oder in den von den Eiszeiten überprägten südlichen Teilen des Naturparks vorkommen hinzu, sind es mit über 1000 verschiedenen Arten noch einige mehr.

Blütenpracht auf Magerwiesen

Die Kalkmagerwiesen der Albhochfläche gehören zu den schönsten Lebensräumen des Naturparks. Im Frühsommer verwandeln sie sich in ein buntes Blütenmeer. Früher wurden sie nur einmal im Jahr gemäht – heute sind sie selten geworden und stehen meist unter Naturschutz. Dank der Zusammenarbeit von Landwirten und Natur-
schutz können viele dieser Wiesen bewahrt werden.

Wacholderheiden – Kulturlandschaft 

Die Wacholderheiden sind typisch für den Naturpark Obere Donau und prägen das Landschaftsbild seit Jahrhunderten. Schafe und Ziegen halten die Flächen offen und sorgen für Artenvielfalt. Besucher entdecken hier neben Wacholder auch die markante Silberdistel, die zu den bekanntesten Symbolpflanzen der Schwäbischen Alb zählt.

Sauer und mager: Borstgrasrasen

Die seltenen, sogenannten Borstgrasrasen gibt es im Naturpark nur im Naturschutzgebiet Irndorfer Hardt. Auf diesen sauren Magerwiesen wachsen Seltenheiten wie Arnika, Feld-Enzian, Busch-Nelke oder Trollblume. Einzigartig für diesen Standort: In keinem Monat des Jahres ist Bodenfrost ausgeschlossen – das macht das Irndorfer Hardt zu einem faszinierenden Naturraum.

Magere Wiese mit Wacholderbüschen am Steilhand, ein Felskopf ragt heraus

Felsen – Heimat seltener Pflanzen

Die Felsmassive im Donautal und in seinen Seitentälern sind ein Hotspot der Biodiversität. Starke Sonneneinstrahlung, wenig Boden und Trockenheit schaffen extreme Bedingungen. Genau hier wachsen seltene Pflanzenarten aus den Alpen oder sogar dem Mittelmeerraum. Besonders sehenswert sind die Steppenheiden auf den waldfreien Felsköpfen – mit Kräutern, Gräsern, Moosen und Flechten.

Orchideen im Naturpark Obere Donau

Für Orchideenfreunde ist der Naturpark ein Paradies. Hier wachsen Arten wie Hummelragwurz, Bienenragwurz und Helmknabenkraut. Besonders bekannt ist das Gebiet bei Fridingen, wo großflächige Frauenschuh-Vorkommen zu bestaunen sind. Ein Highlight für Wanderer und Naturbeobachter.

Wälder – das grüne Herz des Naturparks

Rund 47 Prozent des Naturparks sind bewaldet.

  • An den Hängen wachsen artenreiche Buchenmischwälder mit Tannen, Ahorn, Eschen und Linden.
  • Bei Geisingen finden sich beeindruckende eichenreiche Wälder, am Albtrauf sogar seltene Eiben.
  • Auf der Albhochfläche entstanden großflächige Fichtenforste – viele werden heute wieder in artenreiche Laubwälder zurückgeführt.

Geologie im Naturpark

Die Landschaft des Naturparks Obere Donau ist geprägt von mächtigen Felsformationen, geheimnisvollen Höhlen, Dolinen und markanten Tälern. Hier wird die Erdgeschichte lebendig – von der Entstehung der Kalkfelsen im Jurazeitalter bis zu den Spuren des Hegauvulkanismus und den Baggerseen unserer Zeit.

Kalkfelsen aus der Jurazeit

Zwischen Mühlheim und Sigmaringen fallen die imposanten Kalkfelsen sofort ins Auge. Die weißgrauen Felswände entstanden vor rund 160 Millionen Jahren im Jurazeitalter als ehemalige Schwammriffe. Damals lagerten sich die Schichten von Lias, Dogger und Malm ab, die bis heute die Schwäbische Alb prägen.

  • Die Albhochfläche wird vom Weißen Jura (Malmkalke) dominiert.
  • Am Albtrauf und im Albvorland treten Gesteine des Braunen und Schwarzen Juras an die Oberfläche.
  • Besonders bekannt: die Ölschiefer bei Schömberg und Dotternhausen sowie der Opalinuston.

Karstlandschaften – Wasserarmut und Höhlen

Die Albhochfläche ist stark verkarstet und dadurch wasserarm. Typisch für diese Landschaft sind:

  • Trockentäler
  • Dolinen
  • Höhlen
  • steinreiche, flachgründige Äcker

Molasse und Eiszeitspuren

Im Süden und Südosten des Naturparks prägt eine ganz andere Geologie das Landschaftsbild. Hier liegt das Molassenbecken, in dem sich Gesteine des Tertiärs ablagerten. Viele Flächen sind zusätzlich von eiszeitlichen Sedimenten überdeckt – sie haben eine abwechslungsreiche Landschaft entstehen lassen.

Vulkanische Spuren im Südwesten

Ein besonderes Highlight sind die Spuren des Hegauvulkanismus. Mit dem Hewenegg und dem Wartenberg finden sich im Südwesten des Naturparks beeindruckende Relikte längst erloschener Vulkane.

Menschliche Eingriffe in die Landschaft

Schon in der Bronzezeit begann der Mensch, das Landschaftsbild sichtbar zu verändern. Heute sind es vor allem große Steinbrüche und die durch Kiesabbau entstandenen Baggerseen im Schwarzachtal und Ablachtal, die das Bild prägen. Diese Seenplatten bilden inzwischen neue Lebensräume und bereichern die Naturvielfalt.

UNESCO Geopark Schwäbische Alb

Der Naturpark Obere Donau bildet den südwestlichsten Teil des UNESCO Geoparks Schwäbische Alb. Für Besucher bietet er eine Fülle an geologischen Highlights – vom Kalkriff über Karstphänomene bis hin zu Vulkanresten.

Ein absolutes Geologie-Highlight ist die Donauversickerung zwischen Immendingen und Möhringen: Hier verschwindet der Fluss an manchen Tagen vollständig im Untergrund – ein spektakuläres Naturschauspiel.

Tiere im Naturpark

Das Obere Donautal bietet mit seiner einzigartigen Landschaft und seiner Vielfalt an unterschiedlichen Lebensräumen, vielen Tieren eine Heimat. Manche von Ihnen kommen sonst nur in wenigen Gebieten Deutschlands vor. Einige der Tiere, die im Naturpark vorkommen, werden unten näher vorgestellt. Auch wenn Sie wahrscheinlich nicht alle vor Ort zu Gesicht bekommen werden, können Sie bei Ihrem Besuch vielleicht die einen oder anderen Spuren, z. B. vom Biber, entdecken.

Eisvogel

Illustation eines Eisvogels

Mit seinem auffällig hübschen Federkleid lebt der Eisvogel an den Bach- und Flussläufen im Naturpark. In flachgründigen Gewässerzonen findet er die Möglichkeit, nach kleinen Fischen zu jagen und gräbt seine Bruthöhlen in natürlich belassene Uferböschungen. Strenge Winter mit eisbedeckten Gewässern und massive Störungen durch den Menschen während der Brutzeit können den Eisvögel vor massive Probleme stellen. Für die Donau gibt es daher Regelungen zum Bootfahren sowie zum Schutz der Flussufer.

Auch zum Eisvogel haben wir einen kostenlosen Flyer für Kinder.

Uhu

Illustration eines Uhus

Als Felsenbrüter findet der Uhu sehr gute Nistmöglichkeiten im Bereich der Felsen entlang der Donautalhänge zu brüten. Viele Säugetiere und Vögeln dienen ihm hier als Nahrung. Seit der ersten Auswilderung 1956 gibt es inzwischen wieder erfreulich viele Vertreter der großen Eulen im Naturpark.

Zum Thema Uhus haben wir auch einen Kinder-Flyer.

Rotmilan

Illustration eines Roten Milans

Das Gebiet des Naturparks Obere Donau stellt für den Rotmilan einen idealen Lebensraum dar, hier erreicht er eine seiner größten Populationsdichten weltweit. Der intensive Wechsel von Offenland und kleineren Waldflächen, sowie das Vorhandensein vieler strukturreicher Heckenlandschaften, begünstigen sein Vorkommen. Nach seinem Rückflug aus den Überwinterungsgebieten in Afrika, gehört dieser Greifvogel daher in den Sommermonaten zum alltäglichen Bild unserer Landschaft. Besonders schön lässt sich der Rotmilan beobachten, wenn Wiesen frisch gemäht werden.

Gams

Illustration einer Gams im Naturpark

Mit etwas Glück lassen sich im Gebiet des Naturparks auch Gämsen beobachten. Durch ihre besondere Anpassung an den Lebensraum Fels, treten sie vor allem im Donautal und am Albtrauf auf. Dank ihres schwarzen Winterfells sind sie, vor allem in der kalten Jahreszeit, als tagaktive Tierart, in schneebedeckten Steilhängen gut zu sehen. Dagegen sind sie im Sommer-halbjahr in den dicht belaubten Wäldern nur schwer zu entdecken. Aus Naturschutzsicht ist das Vorkommen von Gämsen nicht unproblematisch, da sie Schäden an der seltenen Felsvegetation verursachen.

Wanderfalke

Illustation eines Wanderfalken

Felsenreiche Landschaften wie das Durchbruchstal der Donau sind Lebensraum für diesen schnellsten Jäger der Lüfte. Mit ca. 300 km/h gilt der Wanderfalke als das schnellste Tier auf unserer Erde, man braucht jedoch etwas Glück, um ihn bei seinen Jagdflügen zu beobachten. Die Bestände scheinen in den letzten Jahren stabil zu sein und so kann der Schutz um den Wanderfalken als einer der großen Erfolge des Naturschutzes gesehen werden.

Biber

Illustration eines Bibers im Naturpark

Seit ca. dem Jahr 2000 besiedelt der Biber die Donau und ihre Nebenflüsse im Naturpark. Mittlerweile sind an allen Gewässern Spuren und Nachweise des größten Nagetiers Deutschlands zu finden. Besonders deutlich sind die Nagespuren an zahlreichen Bäumen in Gewässernähe zu sehen. Trotzdem bekommt man das nachtaktive Tier nur sehr selten zu sehen.

Zum Thema Biber gibt es ebenfalls einen Kinder-Flyer.

Dachs

Illustration eines Dachs im Naturpark

Nachdem der Dachs Ende letzten Jahrhunderts im Zuge der Tollwutbekämpfung recht selten geworden war, tritt er heute wieder sehr häufig auf. Auch im Naturpark ist er mittlerweile wieder auf ganzer Fläche zu finden. Da er nur nachts aktiv ist, bleibt er meist unbeobachtet, am ehesten sieht man gelegentlich Verkehrsopfer entlang der Straßen. Dachse bewohnen ihre auffälligen Familienbauten über viele Jahrzehnte, hier lassen sich mit viel Glück auch einmal Jungtiere beobachten.

Auch zum Dachs haben wir einen kostenlosen Flyer für Kinder.