Blühende Flächen mit heimischen, bestenfalls mehrjährigen Pflanzenarten sind existenziell für alle Arten von Insekten. Auf Grund des Wandels der hiesigen Kulturlandschaft reicht das Nahrungsangebot jedoch häufig nicht mehr aus und die Artenvielfalt hat in den letzten Jahren deutlich abgenommen. Das Projekt "Blühende Naturparke" dient der Sensibilisierung der Bevölkerung und soll zum Nachmachen anregen.
Insekten brauchen Lebensräume
Insekten benötigen keine akkurat gemähten Flächen mit exotischen Pflanzen, sondern artenreiche, jedoch nährstoffarme Standorte. Ökologisch wertvolle Blühflächen anzulegen braucht deshalb ein wenig Know-How und Geduld, sie belohnen Mensch und Umwelt aber mit langjährigem Blühen und wenig Arbeitsaufwand. Blühflächen mit heimischen Arten bieten über die gesamte Vegetationsperiode Nektar und Unterschlupfmöglichkeiten für hungrige Wildbienen, Schmetterlinge, Spinnentiere und Co. Gemäht werden diese Blühflächen in der Regel nur ein- bis zweimal pro Jahr, das Schnittgut wird abgeräumt, um eine unnötige Nährstoffzufuhr zu verhindern.
Blühenden Kommunen und Unternehmen
Der Naturpark unterstützt aktiv Unternehmen und Kommunen, die mehrjährige Blühflächen mit heimischen Arten anlegen wollen. Wir beraten Sie gern hinsichtlich der Planung, geeignetem Saatgut für den betreffenden Standort und begleitender Öffentlichkeitsarbeit. Melden Sie sich gern bei uns, wenn Sie sich vor Ort für den Insektenschutz engagieren möchten.
Saatgut von hier
Standortangepasstes, zertifiziertes Saatgut für ökologisch wertvolle Blühflächen ist oft nicht so einfach zu bekommen. Deshalb unterstützt der Naturpark bereits seit 2020 das Vorhaben des Naturpark-Partners regio-saat.de, Saatgut direkt von Wiesen aus der Region zu gewinnen und aufzubereiten. Alle Informationen zum Thema Wiesendruschsaatgut finden Sie unter www.regio-saat.de .
Pädagogik für mehr Artenvielfalt
Nur was man kennt, kann man auch schützen. Genau deshalb bieten wir Schulen und Kindergärten im Naturpark die Möglichkeit, mit ausgebildeten Artenvielfalts-Pädagoginnen zu erleben, warum wir Menschen auf Insekten angewiesen sind und was jeder und jede Einzelne tun kann, um die Welt ein wenig insektenfreundlicher zu gestalten.
Wildes Bunt im eigenen Garten
Zuhause etwas für Insekten tun - das können Sie mit unserem Naturpark-Saatgut. Die Tütchen sind gefüllt mit einer Saummischung von Rieger-Hofmann und enthalten ein- bis zweijährige Arten, die bis zu 1,20 m hoch werden. Die Tütchen gibt es in kleiner Menge pro Person kostenfrei im Haus der Natur oder auf Veranstaltungen am Naturpark-Infostand.
Ansaat und Pflege
Bei dem Saatgut handelt es sich um lichtkeimende Saaten, deshalb dürfen sie nur oberflächlich eingerecht oder auf gebracht werden, wichtig ist ein Anwalzen oder Andrücken des Saatgutes, um einen guten Bodenschluss zu gewährleisten. Die Aussaatmenge beträgt 2g/m² und sollte auch nicht überschritten werden. Eine Aussaat ist am besten im Frühjahr oder Herbst möglich, aufgrund der zunehmenden Frühjahrstrockenheit empfehlen wir eine Herbstaussaat, die zwischen Ende September und Anfang Oktober stattfinden sollte.
Mehr Infos
Die genaue Zusammensetzung des Saatgutes und detaillierte Infos zur Anlage erhalten sie direkt auf der Seite des Herstellers Rieger-Hofmann.
Bitte beachten Sie, dass das Saatgut nur im innerstädtischen Bereich, wie z.B. im eigenen Garten ausgebracht werden darf. Sollten Sie noch Fragen haben oder mehr Beratung wünschen, dürfen Sie sich gern bei uns melden.
Selbst aktiv werden
Sie möchten eine Blühfläche anlegen oder haben Fragen zum Projekt? Melden Sie sich einfach bei uns!
Ihre Ansprechpartnerin:
Nele Schrödinger
bluehender@naturpark-obere-donau.de
07466 / 92 80 - 18